Illegales Online-Casino: Kann ich mein verlorenes Geld zurückholen?

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Illegales Online-Casino: Kann ich mein verlorenes Geld zurückholen?
„Ich habe verloren. Aber jetzt erfahre ich, dass die Plattform gar keine deutsche Lizenz hatte. War das dann überhaupt legal?“
Viele Anbieter – wenige Lizenzen: Warum das meiste Glücksspiel in Deutschland verboten ist
Deutschland erlaubt bestimmte Formen von Online-Glücksspiel – aber nur mit ausdrücklicher behördlicher Erlaubnis. Diese gilt nicht automatisch für Anbieter aus der EU oder mit bekannten Markennamen.
Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Gibraltar bedeutet nicht, dass das Angebot in Deutschland legal ist. Entscheidend ist allein, ob der Anbieter eine gültige Erlaubnis nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag hat – und ob diese tatsächlich für das angebotene Produkt (z. B. Online-Casino) gilt.
Ist das nicht der Fall, liegt ein Verstoß gegen § 4 GlüStV vor. Und damit gilt rechtlich:
Der Spielvertrag ist nichtig. Der Anbieter durfte kein Geld annehmen. Ihre Einsätze sind rückforderbar.
Warum „Ich hab’s ja freiwillig gemacht“ rechtlich nicht zählt
Viele Betroffene haben das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.
Weil sie wussten, dass die Seite aus dem Ausland kam.
Weil sie „trotzdem“ gespielt haben.
Oder weil sie denken, sie hätten „das Risiko eben selbst getragen“.
Aber genau das ist nicht die rechtliche Logik.
Das deutsche Glücksspielrecht ist Gefahrenabwehrrecht. Es schützt Spieler nicht erst dann, wenn sie alles verlieren – sondern präventiv.
Wenn ein Anbieter ohne Erlaubnis am deutschen Markt agiert, verletzt er genau diesen Schutz. Und das führt zur Nichtigkeit des Vertrags (§ 134 BGB).
Das heißt: Selbst wenn Sie wussten, dass das Casino nicht ganz offiziell war – Ihr Geld ist nicht verloren, sondern rechtlich angreifbar.

Rückforderungsmöglichkeit – wann sie greift
Ein Rückforderungsanspruch entsteht, wenn:
- der Anbieter keine gültige deutsche Erlaubnis hatte,
- das Spielangebot auf Deutschland ausgerichtet war (Sprache, Werbung, Währung, Zugriff),
- Zahlungen über Zahlungsdienste, Bank oder Kryptowährungen nachweisbar erfolgt sind.
Dann gilt:
Sie schulden dem Anbieter nichts – und können bereits gezahlte Einsätze zurückverlangen.
Wie Rückforderung in der Praxis funktioniert
Je nach Anbieterstruktur sind verschiedene Wege möglich:
- Direkte Rückforderung an den Anbieter mit Hinweis auf § 134 BGB und fehlende Zulassung
- Zugriff über Zahlungsdienstleister, die für rechtswidrige Abwicklung haftbar gemacht werden können
- Außergerichtliche Vergleichsangebote, wenn Plattformen Reputationsschäden vermeiden wollen
- Klage auf Rückzahlung, wenn keine Einigung erzielt wird
In manchen Fällen lohnt sich auch die Kombination mit anderen Verstößen – etwa gegen das Sperrsystem oder das Sozialkonzept –, um die Anspruchslage zusätzlich zu stärken.
Was Sie jetzt dokumentieren sollten
- Kontoauszüge mit den Casino-Zahlungen (Datum, Betrag, Empfänger)
- Screenshots der Plattform, Spracheinstellungen, Werbung
- Zahlungsweg: Kreditkarte, PayPal, Klarna, Kryptowährung
- Schriftverkehr mit Support oder Zahlungsdienstleistern
Je besser die Struktur dokumentiert ist, desto klarer die Anspruchsgrundlage.
Soforthilfe
Wenn Sie glauben, auf einer Plattform gespielt zu haben, die keine deutsche Lizenz hatte, ist das kein persönliches Versagen.
Es ist ein Strukturversagen – und oft die Basis für Rückforderung.
☎️ 0160 9955 5525
www.hortmannlaw.com/contact
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FAQ
Viele Fragen entstehen nicht beim Spielen – sondern danach. Wenn das Geld weg ist, das Konto blockiert, und plötzlich alles falsch aussieht. Diese Antworten sind für genau diesen Moment.
Ist ein Anbieter mit EU-Lizenz automatisch legal in Deutschland?
Nein. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Gibraltar ersetzt nicht die deutsche Erlaubnis.
Online-Casino-Angebote sind in Deutschland nur dann legal, wenn sie von der GGL oder einer Landesbehörde konkret genehmigt wurden.
Was bedeutet „Verstoß gegen § 4 GlüStV“?
§ 4 GlüStV stellt klar: Öffentliches Glücksspiel darf nur mit behördlicher Erlaubnis betrieben werden.
Fehlt diese, ist das Angebot verboten – und alle Spielverträge sind zivilrechtlich nichtig (§ 134 BGB).
Kann ich auch bei freiwilliger Teilnahme Geld zurückverlangen?
Ja. Die Schutzvorschriften des Glücksspielstaatsvertrags dienen dem Schutz des Spielers.
Selbst wenn Sie wussten, dass das Angebot „nicht ganz offiziell“ war, besteht ein Rückforderungsanspruch, wenn die Plattform keine gültige Lizenz hatte.
Gibt es eine Verjährungsfrist?
In der Regel drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem Sie von der fehlenden Erlaubnis erfahren haben.
Je früher dokumentiert und geltend gemacht wird, desto besser.
Muss ich direkt klagen?
Nicht zwingend. Viele Rückforderungen lassen sich außergerichtlich oder über Zahlungsdienstleister vorbereiten – insbesondere wenn Verstöße strukturell dokumentiert sind.
„Ich vertrete Spieler nicht gegen das Glücksspiel – sondern gegen Anbieter, die sich nicht an die Regeln halten.“
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