(Online-)Casino: Trotz Selbstsperre weitergespielt – kann man das Geld zurückbekommen?

Juristische Expertise
- Cybercrime & Krypto-Betrug
- AI & Zukunftsrecht
- Steuerrecht & Steuerstrafrecht
- Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht & Zivilrecht
- Datenschutz & Digitalrecht
Illegales Online-Casino: Kann ich mein verlorenes Geld zurückholen?
„Ich habe verloren. Aber jetzt erfahre ich, dass die Plattform gar keine deutsche Lizenz hatte. War das dann überhaupt legal?“
Viele Anbieter – wenige Lizenzen: Warum das meiste Glücksspiel in Deutschland verboten ist
Deutschland erlaubt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 bestimmte Formen von Online-Glücksspiel – aber nur mit expliziter Erlaubnis. Und diese Erlaubnis ist nicht automatisch gegeben, nur weil ein Anbieter irgendwo in Europa registriert ist.
Das bedeutet konkret:
- Eine maltesische Lizenz genügt nicht.
- Ein „.com“-Anbieter mit Sitz in Gibraltar ist nicht legal, nur weil er in der EU sitzt.
- Auch eine App im App-Store bedeutet nicht, dass das Angebot erlaubt ist.
Rechtsgrundlage: § 4 GlüStV – öffentliches Glücksspiel ohne Erlaubnis ist verboten und nichtig.
Ein Anbieter ohne deutsche Lizenz darf keine Spieleinsätze annehmen. Tut er es doch, ist der gesamte Vertrag zivilrechtlich nichtig (§ 134 BGB).
Und das heißt:
Sie können Ihre verlorenen Einsätze grundsätzlich zurückfordern.
Warum „ich wusste doch, dass es riskant ist“ keine Rolle spielt
Viele Mandanten zögern: „Aber ich habe doch freiwillig gespielt“.
Oder: „Ich wusste ja, dass es ein Anbieter aus dem Ausland war.“
Aber: Die Schutzvorschriften des GlüStV dienen nicht dem Anbieter – sondern Ihnen.
Selbst wenn Sie wussten, dass der Anbieter irgendwo auf Zypern sitzt – der Staat schützt Sie trotzdem. Denn Glücksspielrecht ist Gefahrenabwehrrecht: Es geht um Spielsuchtprävention, Transparenz, Kontrolle. Und die darf nicht durch grenzüberschreitende Werbestrategien umgangen werden.
Wenn der Anbieter keine gültige Lizenz für Deutschland hat, ist Ihr Spielvertrag von Anfang an nichtig. Sie schulden ihm nichts – und haben das Recht, bereits gezahlte Einsätze zurückzufordern.
Voraussetzungen für eine Rückforderung
Ob Rückzahlung möglich ist, hängt von vier zentralen Punkten ab:
- Der Anbieter hatte keine gültige deutsche Lizenz
– Gekoppelt mit aktiver Werbung, Zugangsöffnung und Spielangebot für deutsche Nutzer. - Sie haben im relevanten Zeitraum Einsätze geleistet
– z. B. über Kreditkarte, PayPal, Klarna, Kryptowährung oder andere Transferwege. - Der Anbieter ist identifizierbar
– durch Impressum, Registrierungsnummer, Bankverbindung, Domain oder Zahlungsdienstleister. - Die Verjährung ist noch nicht eingetreten
– in der Regel: drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem Sie vom Fehlen der Erlaubnis erfahren haben.

Wie Rückforderung in der Praxis funktioniert
Es gibt zwei Wege:
- Außergerichtlich: Aufforderung zur Rückzahlung direkt an den Anbieter oder über den Zahlungsdienstleister (je nach vertraglicher Einbindung).
- Gerichtlich: Klage auf Rückzahlung unter Berufung auf § 134 BGB, verbunden mit Nachweis der Nichtzulassung des Anbieters.
Besonders wirksam wird die Strategie, wenn man zusätzlich die:
- Verstöße gegen das Sozialkonzept,
- Umgehung der OASIS-Sperre,
- oder die fehlende Prüfungspflicht beim Onboarding darlegen kann.
Diese Argumente verschärfen die Haftungsposition – und öffnen manchmal sogar die Tür zur Erweiterung der Anspruchsgegner: etwa auf Plattformen, Payment-Provider oder Bankdienstleister, die trotz Verdachtslage Zahlungen weiterleiteten.
Was Sie konkret vorbereiten sollten
- Kontoauszüge mit Spielzahlungen (Betrag, Datum, Empfänger)
- Screenshots der Anbieterwebsite oder App
- E-Mails / Chatverläufe mit dem Support
- Zahlungswege (welche Methode wurde genutzt?)
- Idealerweise: Werbemaßnahmen (Banner, Mailings, App-Hinweise), um den Deutschland-Bezug zu belegen
Ich übernehme die rechtliche Bewertung und die strategische Aufbereitung – und kümmere mich um die Durchsetzung, wenn die Erfolgsaussichten gegeben sind.
Soforthilfe
☎️ Direkte Ersteinschätzung: 0160 9955 5525
www.hortmannlaw.com/contact
„Ich vertrete Spieler nicht gegen das Glücksspiel – sondern gegen Anbieter, die sich nicht an die Regeln halten.“
Leitartikel
👉 Online-Casino Geld verloren – was tun?
Weiterführende Artikel zu Online-Casino, Glücksspiel und Kontosperren
Diese Beiträge vertiefen typische Risikolagen – rechtlich, psychologisch und strategisch. Sie richten sich an Betroffene, die Klarheit brauchen, bevor ihre digitale Spur zum juristischen Problem wird:
- 👉 Trotz Selbstsperre weitergespielt – kann man das Geld zurückbekommen?
Wie Anbieter Pflichten verletzen – und warum nicht Sie, sondern das System versagt hat. - 👉 Illegales Online-Casino: Kann ich mein verlorenes Geld zurückholen?
Rückforderung bei Anbietern ohne Lizenz – und wie man sie angreift. - 👉 Online-Casino verweigert Auszahlung – wie bekomme ich mein Geld?
Wenn Gutschriften „geprüft“ werden, aber nie ankommen – Ihre Rechte. - 👉 Konto gesperrt wegen Glücksspiel-Zahlungen – wie kommt man da raus?
Verdachtsmeldung, AML-Klausel, Kündigung – und wie Sie das Bild korrigieren. - 👉 Krypto-Casino Geld verloren – Bitcoin-/Ethereum-Einsätze zurückholen?
Blockchain-Tracing, DSGVO-Rechte und Plattformhaftung bei anonymen Anbietern. - 👉 Online-Casino Geld zurückbuchen – geht das wirklich?
Zivilrechtliche Rückforderung, Zahlungswege, Argumentationslinien. - 👉 Online-Casino hat mein Konto missbraucht – was kann ich tun?
Identitätsdiebstahl, KYC-Versagen und Ihre Ansprüche auf Plattformebene. - 👉 Sportwetten Betrug: Wette storniert – bekomme ich mein Geld?
Wettstorno, AGB-Versagen und der Kampf gegen „unfaire“ Anbieter-Logik.
FAQ
Viele Fragen entstehen nicht beim Spielen – sondern danach. Wenn das Geld weg ist, das Konto blockiert, und plötzlich alles falsch aussieht. Diese Antworten sind für genau diesen Moment.
Ist ein Anbieter mit EU-Lizenz automatisch legal in Deutschland?
Nein. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Gibraltar ersetzt nicht die deutsche Erlaubnis.
Online-Casino-Angebote sind in Deutschland nur dann legal, wenn sie von der GGL oder einer Landesbehörde konkret genehmigt wurden.
Was bedeutet „Verstoß gegen § 4 GlüStV“?
§ 4 GlüStV stellt klar: Öffentliches Glücksspiel darf nur mit behördlicher Erlaubnis betrieben werden.
Fehlt diese, ist das Angebot verboten – und alle Spielverträge sind zivilrechtlich nichtig (§ 134 BGB).
Kann ich auch bei freiwilliger Teilnahme Geld zurückverlangen?
Ja. Die Schutzvorschriften des Glücksspielstaatsvertrags dienen dem Schutz des Spielers.
Selbst wenn Sie wussten, dass das Angebot „nicht ganz offiziell“ war, besteht ein Rückforderungsanspruch, wenn die Plattform keine gültige Lizenz hatte.
Gibt es eine Verjährungsfrist?
In der Regel drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem Sie von der fehlenden Erlaubnis erfahren haben.
Je früher dokumentiert und geltend gemacht wird, desto besser.
Muss ich direkt klagen?
Nicht zwingend. Viele Rückforderungen lassen sich außergerichtlich oder über Zahlungsdienstleister vorbereiten – insbesondere wenn Verstöße strukturell dokumentiert sind.
Das könnte Sie auch interessieren
Entdecken Sie weitere Beiträge zu aktuellen Themen rund um Digitalrecht, Cybercrime, Datenschutz, KI und Steuerrecht. Unsere verwandten Artikel geben Ihnen zusätzliche Einblicke und vertiefende Analysen.

.jpg)
Dating App gründen: Was rechtlich zu beachten ist – Haftung, Steuern & Struktur
Eine Dating-App ist keine „Social App“, sondern ein daten- und monetarisierungsgetriebenes Intermediärsystem. Wer Premium, Boosts und Coins anbietet, betreibt nicht nur Produktdesign, sondern schafft rechtlich relevante Leistungsversprechen, Risiken der Plattformverantwortung, bilanzielle Verpflichtungen und Governance‑Pflichten der Geschäftsleitung. Dieser Beitrag zeigt aus Herausgeber‑ und Entwicklerperspektive, wie man eine Dating‑Plattform in Deutschland/EU strukturiert, sodass Haftung, Regulierung und Steuerfolgen beherrschbar bleiben – nicht durch spätere AGB‑Kosmetik, sondern durch Architektur am Anfang.

.jpg)
Dating-App monetarisieren: Premium, Boosts, Coins – Vertrags- und Verbraucherschutzrecht nach §§ 327 ff. BGB
Dating-Plattformen monetarisieren typischerweise über drei Hebel: Abo, Sichtbarkeits-Features (Boost/Super-Like) und plattforminterne Werte (Coins/Credits). Juristisch ist das kein „Growth-Thema“, sondern ein Vertrags- und Verbraucherschutzthema, weil jede Produktentscheidung darüber bestimmt, was Sie dem Nutzer schulden, welche Mängelrechte entstehen und wie Widerruf und Preisänderung funktionieren.

.jpg)
Anwalt analysiert Krypto Betrug & Datenleck – Verdichtungszeitpunkt und Warnpflicht
Mehrere Transaktionen in Minuten können ein haftungsrelevantes Muster bilden. Juristische Einordnung des Verdichtungszeitpunkts bei Krypto Betrug.
Suchen Sie dringend diskrete, juristische Unterstüzung?
Wir helfen Ihnen gerne persönlich weiter – schildern Sie uns Ihr Anliegen und wir finden gemeinsam eine Lösung.