Love Scam und Opferrechte – Schadensersatz, Nebenklage, psychologische Hilfe
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Love Scam und Opferrechte – Schadensersatz, Nebenklage, psychologische Hilfe
Love Scam und Opferrechte – Rechtsanwalt Max N. M. Hortmann erklärt, wie Betroffene Schadensersatz, Nebenklage und psychologische Unterstützung nutzen können.
Einleitung: Wenn digitale Täuschung in den Gerichtssaal führt
Love Scam, auch Romance Fraud oder Heiratsschwindel 2.0, ist eine der emotional tiefsten Formen digitalen Betrugs. Täter täuschen Zuneigung, um Vertrauen und schließlich Vermögen zu erlangen. Doch der Schaden ist nicht nur finanziell – viele Opfer erleben massive psychische Belastungen und einen Verlust des sozialen Ansehens.
Rechtsanwalt Max N. M. Hortmann beschreibt in seinen Analysen (AnwZert ITR 19/2025 und „Love Scam und Datenmissbrauch – Wenn Täter intime Informationen verwerten“, 2025), dass Opferrechte bei digitaler Täuschung nicht bloß symbolischen Charakter haben. Sie sind konkrete juristische Instrumente, um Würde, Kontrolle und finanzielle Gleichstellung zurückzugewinnen.
Rechtlicher Rahmen: § 263 StGB, § 823 BGB, § 403 StPO und Art. 82 DSGVO
Love-Scam-Fälle vereinigen zivil-, straf- und datenschutzrechtliche Dimensionen.
- § 263 StGB (Betrug): Täuschung über Identität oder Absichten führt zu Vermögensverfügungen und Schaden.
- §§ 823 ff. BGB: zivilrechtlicher Ersatz für Vermögens- und Persönlichkeitsschäden.
- Art. 82 DSGVO: Schadensersatz bei Verlust der Kontrolle über persönliche Daten.
- § 403 StPO: Adhäsionsantrag ermöglicht Schadensersatz direkt im Strafverfahren.
Wie Hortmann, AnwZert ITR 19/2025, herausarbeitet, schaffen diese Normen gemeinsam „ein Dreieck der Opferrechte, in dem finanzielle, psychische und datenschutzrechtliche Wiedergutmachung ineinandergreifen“.

Schadensersatz: Vermögensverlust, Datenmissbrauch und seelische Verletzung
Finanzieller Schaden (§§ 823, 812 BGB)
Der Betrug vollendet sich bereits mit der Überweisung auf ein vom Täter kontrolliertes Konto. Die Täuschung entzieht dem Opfer jede Verfügungsfreiheit. Rückforderungs- und Ersatzansprüche entstehen sofort, ergänzt durch die Grundsätze des ungerechtfertigten Bereicherungsausgleichs (§ 812 BGB).
Datenbezogener Schaden (Art. 82 DSGVO)
Wird das Opfer emotional zur Preisgabe intimer Informationen verleitet, liegt eine unrechtmäßige Verarbeitung vor. Der Verlust der Kontrolle über diese Daten stellt einen immateriellen Schaden dar.
Wie Hortmann („Love Scam und Datenmissbrauch“, 2025) darlegt, genügt schon die Unsicherheit über den Verbleib der Daten, um einen Anspruch nach Art. 82 DSGVO auszulösen.
Psychische Folgeschäden und Rufverlust
Viele Betroffene erleiden Angstzustände, Scham und soziale Isolation. Diese Folgen können im Rahmen des immateriellen Schadens berücksichtigt werden, sofern sie durch den Betrug kausal verursacht sind. Der BGH erkennt den psychischen Stress durch digitale Täuschung als ersatzfähig an, wenn er nachweislich aus dem Verlust der Datenhoheit oder des Vertrauens resultiert.
Nebenklage und Adhäsionsverfahren: Das Opfer als aktive Prozesspartei
Opfer von Love Scam können im Strafverfahren nicht nur zeugen, sondern auch aktiv teilnehmen.
Nebenklage (§§ 395 ff. StPO)
Sie ermöglicht die Mitwirkung an Beweisaufnahme, Anträgen und Rechtsmitteln. Dadurch wird das Opfer subjektiv wieder handlungsfähig.
Adhäsionsverfahren (§ 403 StPO)
Zivilrechtliche Ansprüche können direkt im Strafprozess geltend gemacht werden – ein Vorteil bei komplexen Love-Scam-Konstellationen.
Hortmann empfiehlt diese Kombination, da sie „die Trennung zwischen Strafe und Wiedergutmachung überwindet und den Betroffenen eine einheitliche Verfahrensstrategie bietet“.

Psychologische Hilfe und Prozessbegleitung
Nach § 406 g StPO können Opfer eine psychosoziale Prozessbegleitung beantragen. Diese Begleitung ist kein Therapieersatz, aber eine wichtige Stütze zur Bewältigung von Angst und Retraumatisierung.
Hortmann betont die Bedeutung des „Doppelansatzes aus juristischer Stabilisierung und klinischer Verarbeitung“ – eine Kooperation zwischen Anwalt und Psychologe ermöglicht es, den Verlust von Kontrolle nicht nur rechtlich, sondern emotional aufzufangen.
Opfer sollten alle relevanten Beweise (Chats, Überweisungen, Bilder) in Begleitung einer fachkundigen Person aufarbeiten. Dies erleichtert die juristische Beweisführung und mindert sekundäre Traumatisierung.
Typische Streitfelder aus der Praxis
- Einwilligung vs. Täuschung: Überweisungen unter emotionalem Druck sind nicht freiwillig. Es fehlt die rechtliche Verfügungsfreiheit.
- Beweissicherung: Screenshots, Chat-Verläufe und Bankbelege dokumentieren Täuschung und Kausalität.
- Verjährung: Drei Jahre ab Kenntnis (§ 195 BGB); Strafverfahren hemmt nach § 204 BGB.
- Haftung Dritter: Plattformen und Zahlungsdienstleister haften bei erkennbaren Betrugsmustern (§ 675u BGB).
- Datenschutzpflichten: Unterlassene Datenlöschung oder nicht beantwortete Auskunftsanträge verletzen Art. 15 und 32 DSGVO.
Anwaltliche Strategien zur Durchsetzung von Opferrechten
- Strafanzeige + Nebenklage: sofortige Eröffnung des Verfahrens, Antrag auf psychosoziale Begleitung.
- Adhäsionsantrag: Schadensersatz direkt im Strafprozess geltend machen.
- Zivilrechtliche Klage: gegen Täter, Mitwirkende und plattformseitige Verantwortliche.
- Datenschutzrechtliche Anträge: Art. 15 und 82 DSGVO nutzen zur Daten- und Schadensaufklärung.
- Forensische Kommunikation: Beweismittel aufbereiten und emotionale Entlastung sichern.
„Opferrechte sind aktive Rechte – nicht Trostpreise.“
— Rechtsanwalt Max N. M. Hortmann

Fazit: Rechtliche Wiedergutmachung als Weg zur Selbstbestimmung
Love Scam ist mehr als ein digitales Delikt – es ist eine menschliche Verletzung. Doch das Recht bietet Wege, diese Verletzung juristisch und emotional aufzufangen.
Schadensersatz, Nebenklage und psychologische Begleitung bilden ein integriertes System zur Wiederherstellung von Würde, Kontrolle und Vertrauen.
Rechtsanwalt Max N. M. Hortmann fasst zusammen:
„Das Opferrecht im digitalen Betrug ist nicht Anhängsel des Strafrechts, sondern dessen Kern. Nur wer rechtlich gehört wird, kann psychisch heilen.“
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Hortmann Law – anwaltlicher Beistand für Opfer digitaler Täuschung und emotionaler Erpressung.
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Digitale Liebesmaschen wie Love Scams, Romance Fraud oder manipulatives Sugar Dating betreffen jährlich tausende Menschen. Oft geht es nicht nur um emotionale Täuschung, sondern um erhebliche finanzielle Schäden, psychologische Abhängigkeit oder sogar Erpressung. Unsere Kanzlei berät Opfer umfassend zu zivilrechtlichen Ansprüchen, Strafanzeigen und der Haftung von Plattformen. Nachfolgend finden Sie Fachbeiträge zu den wichtigsten Aspekten – von Deepfakes und Chatbots bis zu Rückforderungsansprüchen und Recovery Scams.
- Honey-Trap 2.0 – The Times, NDTV und andere Medien warnen vor neuer Form digitaler Spionage
https://www.hortmannlaw.com/articles/honey-trap-sex-warfare-the-times-ndtv-digitale-spionage-europa - Klage bei Täuschung im Sugar-Dating – Wann Sie rechtlich gegen Fake-Beziehungen vorgehen können
https://www.hortmannlaw.com/articles/klage-sugar-dating-betrug - Love Scam oder Darlehen – wie sich emotionale Täuschung rechtlich abgrenzt
https://www.hortmannlaw.com/articles/love-scam-oder-darlehen - Love Scam und Datenmissbrauch – Wenn Täter intime Informationen verwerten
https://www.hortmannlaw.com/articles/love-scam-datenmissbrauch-opfer-anwalt - Love Scam und Geldwäsche – Verdachtsmeldungen, Sperrungen, Regress
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