OnlyFans Steuerhinterziehung – §370 AO erklärt

Juristische Expertise
- Cybercrime & Krypto-Betrug
- AI & Zukunftsrecht
- Steuerrecht & Steuerstrafrecht
- Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht & Zivilrecht
- Datenschutz & Digitalrecht
Onlyfans steuerhinterziehung – erklärung zu § 370 ao
onlyfans steuerhinterziehung – § 370 ao erklärt; dies betrifft längst nicht nur große creator.
wer einnahmen aus plattformen wie onlyfans oder crypto.com nicht erklärt, riskiert ein ermittlungsverfahren nach § 370 ao – mit teuren folgen.
1. Wann Einnahmen aus OnlyFans steuerpflichtig sind
Sobald Geld fließt – egal ob über Stripe, Bankkonto, USDT oder Bitcoin – liegt in der Regel eine steuerpflichtige Leistung vor:
- Regelmäßige Inhalte → Gewerbebetrieb (§ 15 EStG)
- Einzelaktionen oder Spenden → sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG)
Auch Sachleistungen (z. B. Tokens, Geschenke in ETH oder SOL) sind nach § 8 EStG mit dem Marktwert zum Zuflusszeitpunkt zu versteuern.
Dies gilt auch, wenn Zahlungen nicht auf ein klassisches Bankkonto, sondern auf Wallets oder Krypto-Plattformen erfolgen.
Das Finanzamt wertet diese genauso als Einnahmen.
2. § 370 AO: Wann Steuerhinterziehung beginnt
Steuerhinterziehung liegt bereits dann vor, wenn jemand steuerlich erhebliche Einnahmen wissentlich nicht erklärt.
Beispiele:
- Keine Einkommensteuererklärung trotz Stripe-Auszahlungen
- Kein Eintrag in der EÜR trotz regelmäßigem Content
- Verschweigen von Wallets oder USDT-Eingängen
- Falsche Angaben über die Herkunft oder Art der Einnahmen
BFH, Beschluss vom 14.11.2013 – X B 90/13:
„Das Unterlassen der Erklärung trotz Kenntnis der Steuerpflicht genügt für Vorsatz.“
3. Typische Fehler von OnlyFans-Nutzer:innen
- Einnahmen aus Stripe nicht in der Steuererklärung
- USDT oder ETH über MetaMask „vergessen“
- Wallets auf Dritte registriert (z. B. Lebenspartner:innen)
- Gewinne aus Affiliate-Links oder Telegram-Gruppen nicht gemeldet
- Keine Gewerbeanmeldung trotz regelmäßigem Content
- Keine Nachweise über empfangene Leistungen oder Einnahmen
4. Wie die Steuerfahndung OnlyFans-Nutzer aufspürt
Die Steuerfahndung nutzt heute modernste Technik:
- DAC7-Meldungen von Plattformen wie OnlyFans, Patreon, Crypto.com
- Blockchain-Analyse-Tools wie Chainalysis, Tokenview, Blockpit
- Abgleich von IP-Adressen, Auszahlungswegen und Wallet-Zugängen
- KYC-Daten von Crypto-Exchanges (z. B. Binance, Kraken)
- Automatisierte Prüfprogramme der Steuerbehörden
Diese Ermittlungen laufen oft vollautomatisiert – und erfassen auch kleinere Beträge.
Auch eine wiederholte Nutzung eines privaten Wallets für Einnahmen aus Content-Plattformen kann zur steuerlichen Relevanz führen.
5. Was bei Verstößen nach § 370 AO droht
Bei VorsatzBei FahrlässigkeitGeldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 JahreBußgeld bis 50.000 €Nachzahlung + Zinsen + SäumniszuschlägeRückzahlung + VerwarnungBerufsrechtliche Folgen möglichNachforderung ohne Strafe
6. FAQ – Creator & Crypto vs. Finanzamt
Muss ich OnlyFans-Einnahmen versteuern?
Ja – jede entgeltliche Leistung, auch „Donation“ oder „Subscription“, ist einkommensteuerpflichtig.
Was ist mit Einnahmen in USDT auf einem Wallet von jemand anderem?
Zugeordnet wird, wer wirtschaftlich über das Wallet verfügt (§ 39 AO) – nicht der Namensinhaber.
Was ist, wenn ich nichts abgebe?
Bei Vorsatz droht ein Ermittlungsverfahren, ggf. Strafanzeige.
Das Finanzamt kann bis zu 10 Jahre rückwirkend prüfen (§ 169 AO).
Fazit: Besser prüfen als bereuen
Die Steuerfahndung kennt OnlyFans längst.
Wer Einnahmen nicht erklärt, riskiert nicht nur Nachzahlungen – sondern auch strafrechtliche Folgen nach § 370 AO.
Jetzt rechtlich prüfen lassen – bevor Ermittlungen Realität werden.
.avif)
Steuerrecht
Ob Kryptotransaktionen, internationale Einkünfte oder Betriebsprüfungen – steuerrechtliche Fragestellungen werden zunehmend komplexer. Wir unterstützen Privatpersonen, Unternehmer und Investoren bei der steuerrechtlichen Gestaltung, Verteidigung in Steuerverfahren und bei der Vermeidung von Steuerstrafrisiken. Klar. Strategisch. Vorausschauend.
- Abfindung optimal gestalten
https://www.hortmannlaw.com/articles/abfindung-optimal-gestalten - AML und ART – Drei Buchstaben, zwei Welten, ein gemeinsames Problem
https://www.hortmannlaw.com/articles/aml-art-drei-buchstaben-zwei-welten-ein-gemeinsames-problem - Beteiligungen an Personengesellschaften im Nachlass – Schnittstelle von Erb- und Steuerrecht
https://www.hortmannlaw.com/articles/erbengemeinschaft-personengesellschaft-steuerrecht-anwalt - Dividendenfreistellung nach EU-Recht – Was Unternehmen wissen müssen
https://www.hortmannlaw.com/articles/dividendenfreistellung-eu-recht - Fehler im Steuerbescheid – was jetzt?
https://www.hortmannlaw.com/articles/fehler-im-steuerbescheid-was-jetzt - Grunderwerbsteuer und Aufteilung von Nebenleistungen
https://www.hortmannlaw.com/articles/grunderwerbsteuer-grundstueckskauf - Internationale Steuerfragen – Doppelbesteuerungsabkommen, Verrechnungspreise und Auslandskonten
https://www.hortmannlaw.com/articles/internationale-steuerfragen-doppelbesteuerungsabkommen-verrechnungspreise-und-auslandskonten - Kapitalanlagen richtig versteuern – Tipps für Privatanleger
https://www.hortmannlaw.com/articles/kapitalanlagen-richtig-versteuern - Krypto-Verluste und Betrugsfälle - Tücken bei privaten Veräußerungen
https://www.hortmannlaw.com/articles/krypto-verluste-und-betrugsfalle-tucken-bei-privaten-verausserungen - Nießbrauch und Steuern – So vermeiden Sie teure Schenkungen
https://www.hortmannlaw.com/articles/steuerfalle-niessbrauch-schenkung - Steuerfalle „Liebhaberei“ – Wenn das Hobby zur Kostenfalle wird
https://www.hortmannlaw.com/articles/steuerfalle-liebhaberei - Steuerliche Vorteile gemeinnütziger Stiftungen
https://www.hortmannlaw.com/articles/steuerliche-vorteile-gemeinnutziger-stiftungen - Steuern & Kryptowährungen – Was ist zu beachten?
https://www.hortmannlaw.com/articles/steuern-kryptowahrungen-was-ist-zu-beachten - Steuern sparen mit Verlustverrechnung – Neues BMF-Schreiben erklärt, was gilt
https://www.hortmannlaw.com/articles/verlustverrechnung-bmf-schreiben - Steuern umgehen? Warum Sie Beihilfe zur Steuerhinterziehung vermeiden sollten
https://www.hortmannlaw.com/articles/beihilfe-steuerhinterziehung-vermeiden - Steuersparmodell oder Steuerfalle? – Verrechnungsgrenzen bei Vermietung beachten
https://www.hortmannlaw.com/articles/steuersparmodell-vermietung-verluste - Wahl der Unternehmensform – steuerliche Auswirkungen für digitale Startups
https://www.hortmannlaw.com/articles/wahl-unternehmensform-startup - Zuschlagsverbot und einstweiliger Rechtsschutz – Verfahren stoppen in letzter Minute
- https://www.hortmannlaw.com/articles/zuschlagsverbot-vergabe
Das könnte Sie auch interessieren
Entdecken Sie weitere Beiträge zu aktuellen Themen rund um Digitalrecht, Cybercrime, Datenschutz, KI und Steuerrecht. Unsere verwandten Artikel geben Ihnen zusätzliche Einblicke und vertiefende Analysen.

.jpg)
Dating App gründen: Was rechtlich zu beachten ist – Haftung, Steuern & Struktur
Eine Dating-App ist keine „Social App“, sondern ein daten- und monetarisierungsgetriebenes Intermediärsystem. Wer Premium, Boosts und Coins anbietet, betreibt nicht nur Produktdesign, sondern schafft rechtlich relevante Leistungsversprechen, Risiken der Plattformverantwortung, bilanzielle Verpflichtungen und Governance‑Pflichten der Geschäftsleitung. Dieser Beitrag zeigt aus Herausgeber‑ und Entwicklerperspektive, wie man eine Dating‑Plattform in Deutschland/EU strukturiert, sodass Haftung, Regulierung und Steuerfolgen beherrschbar bleiben – nicht durch spätere AGB‑Kosmetik, sondern durch Architektur am Anfang.

.jpg)
Krypto-Betrug & Anlagebetrug, Lovescam, Geld zurück: Anwalt erklärt Maschen, Bankhaftung und rechtliche Schritte
Viele angebliche Krypto- oder Online-Investments sind kein Marktrisiko, sondern gezielter Betrug. Täter arbeiten mit professionellen Plattformen, scheinbaren Kontoständen und vorgetäuschten Auszahlungen. Betroffene verlieren oft hohe Summen – häufig unter Mitwirkung von Banken oder Zahlungsdienstleistern, die Warnsignale übersehen haben. Ein spezialisierter Anwalt prüft Strafanzeige, Beweise und mögliche Haftungsansprüche gegen Banken.

.jpg)
Umsatzsteuer & Token & Mica 2025: Anwalt erklärt Bitcoin-Befreiung, NFT-Steuer und digitale Risiken
Der Artikel zeigt, warum Bitcoin-Umtausch umsatzsteuerfrei bleibt, NFTs jedoch regelmäßig steuerpflichtige digitale Leistungen darstellen. Erläutert werden die neuen Risiken für Token-Modelle, Creator, Plattformen und digitale Dienstleistungen – und wie man Umsatzsteuerfallen, Prüfungen und Strafrisiken wirksam vermeidet.
Suchen Sie dringend diskrete, juristische Unterstüzung?
Wir helfen Ihnen gerne persönlich weiter – schildern Sie uns Ihr Anliegen und wir finden gemeinsam eine Lösung.